Firmenwagen in Ihrer Gesellschaft: steuerliche Spielregeln

Rani Van Lysebeth
Steuerberatung

Abzugsfähigkeit bei der Gesellschaftssteuer

Die Kosten eines Firmenwagens sind für Ihre Gesellschaft seit 2020 (Geschäftsjahr, das frühestens am 1. Januar 2020 beginnt) nach einer so genannten Grammformel abzugsfähig. Diese Berechnung berücksichtigt sowohl den CO2-Ausstoß Ihres Wagens als auch die Treibstoffart. Der abzugsfähige Zinssatz wird wie folgt errechnet: 120% - (0,5 x Treibstoffkoeffizient x CO2/km).

Der Treibstoffkoeffizient richtet sich nach der Antriebsart und beträgt: 
 

  • 1 für Dieselwagen
  • 0,95 für Benzinautos
  • 0,90 für erdgasgetriebene Autos < 12 Steuer-PS

 

Die Steuerabzugsfähigkeit wird übrigens abhängig vom CO2-Ausstoß Ihres Firmenwagens eingeschränkt: mit einer Untergrenze von 50% und einer Obergrenze von 100%. Konkret bedeutet das, dass der 120-%-Abzug für reine Elektroautos abgeschafft und durch einen 100-%-Abzug ersetzt wird. Für Plug-in-Hybridautos, die teilweise noch mit Treibstoff fahren, gelten dann wieder besondere Regeln.

 

Ausnahme!

Autos, die mehr als 200 gr CO2/km ausstoßen, sind nur zu 40% abzugsfähig.

Ein Beispiel: Karl Müller ist ein Unternehmensleiter. Seine Gesellschaft kaufte 2022 einen neuen Benzinwagen von 23.000 Euro mit einem CO2-Ausstoß von 100 gr/km. Im Jahr 2022 können Sie diese Kosten belegen: 

  • Ankauf Auto: 23.000 Euro (Abschreibung auf 5 Jahre: 4.600 Euro im Jahr)
  • Benzinkosten: 1.350 Euro
  • Unterhaltskosten: 750 Euro
  • Versicherungen: 600 Euro
  • Kfz-Steuer: 200 Euro
     

Auf der Basis der Grammformel beträgt der Abzugsprozentsatz:
120% - (0,5 x Treibstoffkoeffizient x CO2/km) = 120% - (0,5 x 0,95 x 100) = 72,50%.

Der abzugsfähige Teil seiner Autokosten wird wie folgt errechnet:
 

Autokosten insgesamt Als tatsächliche steuerliche Abzugsfähigkeit der Autokosten
4.600 Euro + 1.350 Euro + 750 Euro
+ 600 Euro + 200 Euro = 7.500 Euro
7.500 Euro x 72,50% = 5.437,50 Euro

Ausblick

Der Kostenabzug für, ab dem 1. Juli 2023 angeschaffte Pkw‘s (= Kauf, Leasing oder Renting) wird auslaufen. Die obengenannten Regeln bleiben bis zum Steuerjahr 2025 gültig. Aber ab dem 
Steuerjahr 2026 wird der Abzug abgebaut:

  • im Jahr 2025: 0% bis max. 75%
  • im Jahr 2026: 0% bis max. 50%
  • im Jahr 2027: 0% bis max. 25%
  • im Jahr 2028: 0%

Für ab 2026 angeschaffte Pkw‘s gilt ein Abzugsverbot.

Auch der Kostenabzug von Elektroautos verringert sich ab 2027 je nach Anschaffungsjahr.

Ferner werden die fossilen Kraftstoffkosten eines ab 2023 angeschafften Plug-in-Hybridautos 
von 2023 bis 2026 zu maximal 50% abzugsfähig sein.

MwSt.-Abzug

Die MwSt. ist abhängig von der tatsächlichen beruflichen Verwendung und mit einem Höchstanteil von 50% abzugsfähig:

> 50% berufliche Kilometer 50% MwSt.-Abzug
50% berufliche Kilometer
< 50% berufliche Kilometer < 50% MwSt.-Abzug

Da Firmenwagen immer zu 100% beruflich verwendet werden, ist die MwSt. immer zu 50% abzugsfähig.

Vorteile aller Art für Firmenwagen

Ihre Gesellschaft kann Ihnen einen Firmenwagen zur Verfügung stellen. Wenn Sie damit auch private Fahrten (reine Privatfahrten und Anfahrt zum Arbeitsplatz) unternehmen, wird ein Vorteil aller Art berechnet. 

Unter anderem bemißt sich dieser Vorteil pauschal nach dem Ankaufswert als Neuwagen und nach dem CO2-Ausstoß. Auf diesen Vorteil werden Sie privat besteuert, es sei denn, Sie erstatten Ihrer Gesellschaft diesen Vorteil ganz oder teilweise. Dann liegt ein Eigenbeitrag vor, der Ihren Vorteil verringert oder auf Null reduziert. 

Ihre Gesellschaft muss auch immer - vor dem Abzug etwaiger Eigenbeiträge - einen Steuerprozentsatz auf Ihren Vorteil aller Art zahlen: 40%, wenn Ihr Unternehmen die privaten Treibstoffkosten ganz oder teilweise trägt, 17%, wenn Sie die Kosten aus eigener Tasche zahlen.

Beim Vorteil aller Art auf Firmenwagen ist die MwSt. gemäß der tatsächlichen Benutzung bei kostenloser Bereitstellung abzugsfähig und es wird keine MwSt. auf dem Vorteil berechnet. Bei der Bereitstellung eines Wagens gegen einen Eigenanteil ist die MwSt. in voller Höhe zu berechnen (also 50% ) mit einer Besteuerungsgrundlage gleich dem „normalen Wert“. Wenn die berufliche Nutzung mehr als 50% beträgt, dann müssen Sie keinen „normalen Wert“ berechnen.

Kilometerentschädigung

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Gesellschaft Sie für Ihre beruflichen Fahrten mit dem eigenen Wagen entschädigt. Diese Fahrten machen Sie für Ihre Gesellschaft und das sind „unternehmensspezifische Kosten“. Dadurch ist die erhaltene Kilometerentschädigung für Sie nicht steuerpflichtig. Die Rückzahlung entspricht dem tatsächlichen Betrag oder einer Pauschale. Zugrunde gelegt wird der den öffentlich Bediensteten gewährte Vergütungssatz: vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 beträgt dies 0,3542 Euro/km und vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 0,3707 Euro/km. 

Kommen wir auf unser Beispiel zurück. Unternehmensleiter Karl Müller legt für seine Gesellschaft 2021 12.000 km rein berufliche Fahrten im Privatauto zurück. Sie dürfen dafür eine pauschale Erstattung „als gesellschaftsbezogene Kosten“ verlangen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Entschädigung nicht mehr beträgt als die oben genannte Kilometerentschädigungen.

 

Achtung!

Erhalten Sie eine Entschädigung von Ihrer Gesellschaft für private Fahrten oder die Anfahrt zum Arbeitsplatz, dann kann dieser Betrag besteuert werden.

Fragen zur Besteuerung Ihres Firmenwagens?

Wünschen Sie nähere Informationen, wenden Sie sich dann an einen SBB-Berater in Ihrer Region.